Wie mit dem Pferdefuhrwerk die Abfallentsorgung begann

Seit mehr als fünf Jahrzehnten steht das Unternehmen für Kontinuität und Verlässlichkeit bei nicht mehr wegzudenkenden Dienstleistungen wie der reibungslosen Entsorgung von Hausmüll, Gewerbeabfällen und der umweltschonenden Aufbereitung von Wertstoffen. Alles begann in den 1950er Jahren.

1956 begann Gottfried Stratmann (senior) neben der täglichen Arbeit im eigenen landwirtschaftlichen Betrieb, mit Pferd und Wagen die Abfälle in Velmede einzusammeln. Diese dreckige und unfeine Arbeit wurde von vielen Mitbürgern nicht anerkannt und für einen Landwirt als unwürdig empfunden. Gottfried Stratmann ließ sich jedoch nicht beirren und bald schon reichten die Kapazitäten seines Pferdefuhrwerks nicht mehr aus und er kaufte 1960 das erste Spezialfahrzeug zum Einsammeln von Abfall. 1961 verstarb Gottfried Stratmann (senior) plötzlich und unerwartet. Mit gerade einmal 21 Jahren musste Gottfried Stratmann (junior) eine wegweisende Entscheidung treffen: Landwirtschaft oder Abfallbeseitigung. Er entschied sich für den Abfall. Anfang der 1960er Jahre wollten immer mehr Gemeinden den Hausmüll geordnet sammeln und abtransportieren lassen. Es wurden kleine 35- bis 50-Liter Behälter aufgestellt, da zu dieser Zeit die Mülltonnen noch von Hand gekippt wurden. 1972 wurde das Bundes-Abfallbeseitigungsgesetz beschlossen und es gab einige grundlegende Änderungen in der Abfallwirtschaft.

Ebenso wie Personal- und Fahrzeugbestand wuchs auch das Betriebsgelände. Zu Anfang reichte die Hoffläche am elterlichen Haus, dann wurde das Betriebsgelände mit 4.000 qm im Wiemecker Feld gekauft. 1977 erfolgte der Umzug in das Gewerbegebiet. Hier entstand neben einer Werkstatt, einem kleinen Verwaltungsgebäude auch die erste Halle, in der die Sortierung und Aufbereitung der eingesammelten Abfälle – überwiegend Papier - stattfand. Anfang der 1990er Jahre wurde die Anlage in Velmede zu klein und 1993 wurde eine größere Anlage in Brilon in Betrieb genommen. Mit der Einführung der „blauen Tonne“ 1994 hatte damit auch endlich das lästige Sammeln und Bündeln von Papier ein Ende.

Nachdem Gottfried Stratmann sich einige Jahre intensiv mit der Müllbeseitigung befasst hatte, kam ihm schon früh die Idee, den Müll wie einen Rohstoff zu nutzen und ihm alle wertvollen Anteile wieder abzugewinnen. Das bloße Einsammeln der Abfälle und anschließende Abkippen auf einer der vielen Müllkippen war für ihn nicht ausreichend.  Mit unternehmerischer Weitsicht verfolgte er u.a. ein System, wie sich aus Bananenschalen, Blättern und sonstigen organischem Abfall wertvoller Kompost gewinnen lässt.

Im Oktober 1988 war es dann soweit und mit dem Kompostwerk Hochsauerland in Brilon wurde eines der ersten Kompostwerke überhaupt in Deutschland in Betrieb genommen. Zeitgleich wurde in den an das Kompostwerk angeschlossenen Städte und Gemeinden die kommunale Biotonne eingeführt. Einen weiteren wesentlichen Schritt gab 1993 die Politik mit Einführung des „gelben Sacks“ und der Entsorgung und Wiederverwertung von Verkaufsverpackungen vor. Das Unternehmen Stratmann baute früh eine Sortieranlage in Brilon, so dass man auch hier nicht nur Verpackungen einsammelte, sondern im Bereich der Sortierung und damit auch Verwertung tätig wurde. Aus dem früheren 1-Mann-Betrieb wurde in weniger als 30 Jahren ein modernes und leistungsstarkes Entsorgungsunternehmen.

Wir leben Verantwortung!